? Routenplaner ?

Seit vielen Jahren habe ich den Routenplaner Tyre (in der Professional-Version) verwendet und war eigentlich immer zufrieden. Seit Google aber etwas mit der Verwendung seiner Karten im Google Maps verändert hat, läuft das Teil nicht mehr wirklich gut.

Einerseits sind die neuen Karten für meinen Geschmack vom optischen her gewöhnungsbedürftig und andererseits ist das Programm derart langsam geworden, dass ich größere Touren damit gar nicht mehr planen mag.

Die Alternative Motoplaner ist dahin (aufgegeben) und Kurviger ist zwar ganz ordentlich nutzbar, aber als echte Alternative zu Tyre will es mir nicht erscheinen.

Für Tipps bin ich dankbar und vielleicht hat ja auch jemand eine Idee, wie ich Tyre wieder flott bekomme? 

F60 – schon mal davon gehört?

Braunkohleabbau – ein heißes Thema, gerade im Kontext des Umweltschutzes. Sei es der Hambacher Forst in NRW, die verwüsteten Landschaften in der Lausitz oder der zu bewältigende Ausstieg aus der Kohleförderung dort. Braunkohle ist immer ein Reizthema!

Andererseits hat diese Art des Erzabbaus erstaunliche technische Meisterwerke hervorgebracht. Als Kind war für mich der DDR-Stand auf der Hannover-Messe, in dem naturgetreue Modelle der riesigen Braunkohlebagger ausgestellt waren, immer ein Anlaufpunkt (Ideologie hin oder her…). Heute kann sich jeder so ein Ding im Original anschauen, wenn man südlich von Leipzig den Bergbau Technik Park, Großpößna, besucht.

Klar, der Bagger dort ist beeindruckend, aber er ist geradezu handlich und kompakt gegenüber der F60 in Lichterfeld!

Die F60 ist eine Abraumförderbrücke: 502 Meter lang, 204 Meter breit, 13.500 Tonnen schwer – und wer während einer Führung auf dem höchsten Punkt angekommen ist, befindet sich 79 Meter über dem Boden. Das (!) ist beeindruckend.

Eines der größten Arbeitsgeräte der Welt! Fünf Stück wurden davon gebaut und diese ist die letzte erhaltene. Mit ihr konnten bis zu 60 Meter Gelände auf der einen Seite abgetragen und auf die andere zum Verkippen transportiert werden, um an ein Braunkohleflöz heran zu kommen. Daher der Name. 1991 in Betrieb genommen, wurde sie schon 1992 still gelegt, aber die Lager der Rollen, über die die riesigen Förderbänder laufen, lassen sich noch heute ganz leicht mit der Hand bewegen.

Wir haben sie uns angeschaut und ich bin – trotz meiner Höhenangst – bereits zweimal bis zu den besagten 79 Metern gekommen. Es ist einfach beeindruckend.

Also, wenn Ihr mal in die Lausitz kommt, macht den Umweg über Lichterfeld (die B101 ist übrigens ganz in der Nähe, von dort ist es nicht weit). Es lohnt sich!

 

Hidden Champion: Die Bundesstraße 101

Als ich im Spätsommer 1992 das erste Mal in Chemnitz war, hatte ich noch drei Stunden bis zu meinem eigentlichen Termin und die Stadt selbst bot sich damals eher nicht an, diese Zeit dort zu verbringen. Also beschloss ich, mit dem Auto nach Annaberg-Buchholz zu fahren und ein paar Eindrücke vom Erzgebirge zu sammeln. Schließlich war ich hier noch nie gewesen.

Kurz vor Annaberg bog ich auf die B101 ab, um wieder nach Norden zu fahren und war überrascht von der Vielseitigkeit dieser Straße. Sie durchzieht kleine Ortschaften ebenso, wie sanfte Höhen, gibt Ausblicke ins weite Land frei und führt an Flüssen entlang durch schöne Waldstücke oder felsige Schluchten. Ich war beeindruckt!

Einige Zeit später wohnte ich in Chemnitz auf einem kleinen Zimmer und der Vermieter nahm mich zur Weihnachtszeit mit auf eine Lichtertour, wie er es nannte. Er wollte mir die vielen Schwibbögen in den Fenstern der Häuser im Erzgebirge zeigen. Und wohin fuhren wir? Genau: Nach Annaberg-Buchholz und dort auf die B101. Auch das eine schöne Erinnerung.

Inzwischen ist die B101 eine meiner liebsten Motorradstrecken geworden und ich versuche, sie stets ein paar Mal im Jahr zu befahren. Immer ein Stückchen weiter, immer wieder überrascht, wie vielseitig sie ist.

Von Aue im Erzgebirge bis nach Berlin-Neukölln führt sie, ist knapp 300 km lang, und von Aue bis Großenhain, auf der östlichen Elbseite gelegen, bin ich bislang gekommen. Klar, es gibt Streckenabschnitte, die nicht nur Highlights aufweisen, aber das ist wohl bei jeder Bundesstraße so. Entschädigt wird man allerdings durch relativ wenig Verkehr (besonders an den Wochenenden) und mindestens durch die Stadt Meißen, die ja bekanntlich viel Touristisches zu bieten hat – und wenn es nur die Albrechtsburg sein sollte.

Ich habe schon viele Biker, die ich getroffen habe, auf diese Straße aufmerksam gemacht und dabei meist in ein ungläubiges Gesicht geschaut. Gekannt hatte sie keiner. Sie ist also wohl eher ein Insidertipp – eben ein Hidden Champion!

Mein Tipp: Einfach bei der nächsten Tour nach Süden oder Norden, die B101 mal mit in die Route einplanen. Es lohnt sich!