Andorra

Nach der Kaufrauschzone an der Grenze zu Frankreich wird es deutlich ruhiger. Andorra ist entlang der Hauptroute ein enges Tal mit sehr steilen Hängen. Hier ist die Sonne eher untergegangen als in den restlichen Bergen, d.h. es ist bereits gegen 16:00 Uhr sehr schattig und kühl. Außerdem entsprechen die schmalen, hohen, mit Feldsteinen verkleideten Hotelburgen nicht meinem Geschmack. Sie wirken eher bedrohlich als einladend.

Beitrag 03.03

Schließlich erreichen wir Andorra la Vella, die Hauptstadt des kleinen Landes. Hier brummt der Bär! Verkehr wie in einer Metropole, ein Kreisverkehr nach dem anderen und zur Jugendherberge eine winzige, enge und steile Bergstraße, die wir mit viel Respekt langsam erklimmen. Leider ist die Herberge belegt und man empfiehlt uns das „Hotel Vienna“ im Zentrum der Stadt. Also umkehren und die Straße genauso langsam wieder herunter fahren.

Das Hotel finden wir trotz des vom Herbergsvater mitgegebenen Stadtplanes nicht und drehen zunächst drei Ehrenrunden in dem Gewirr von Einbahnstraßen. Dann stellen wir die Maschinen einfach entnervt auf einem Platz in der Fußgängerzone ab und gehen zu Fuß auf die Suche. Als auch das nichts bringt, frage ich einen freundlichen Polizisten, der inzwischen interessiert unsere Maschinen inspiziert, wo denn wohl das „Hotel Vienna“ zu finden sei. Seine Antwort ist umwerfend: „Sie stehen fast davor, aber es hat geschlossen. Die Besitzerin ist vor Kurzem gestorben.“

Na toll, dann müssen wir jetzt schnellstens zur Touristeninformation, um nicht heute Nacht auf der Straße übernachten zu müssen. Als wir ankommen, hat sie seit genau 5 Minuten geschlossen. Außerdem wird es jetzt richtig dunkel. Da hilft nur noch eines: Anruf bei meiner Tochter im Mercure Hotel in Hamburg mit der Bitte um Reservierung eines Zimmers im Mercure Hotel Andorra – quasi „von Haus zu Haus und für die Familie“ damit es nicht so teuer wird. 104,- Euro ohne Frühstück incl. TG-Platz für die Maschinen sind dann zwar kein Schnäppchen, aber akzeptabel. Die erste Nacht wäre gesichert!

Beitrag 03.01

Abends bummeln wir durch die Stadt und stellen fest, dass die billigen Sachen in den Läden totaler Plunder sind und die anderen Läden meist exorbitant teure Waren verkaufen (Gucci, Rolex, etc.). Mag ja sein, dass die Preise gegenüber Resteuropa wirklich günstig sind, aber ein paar tausend Euro bleiben für uns eben auch hier ein paar tausend Euro zu viel. Mit den Restaurantpreisen verhält es sich nicht wirklich anders. Richtig günstig ist eigentlich nichts. Insgesamt verändert sich unser Andorra-Bild innerhalb eines halben Tages vollständig.

Beitrag 03.02

Am nächsten Morgen beschließen wir, zum Frühstücken ein Café oder eine Bar aufzusuchen, da wir ja ohne Frühstück gebucht hatten. Wir haben allerdings nicht damit gerechnet, dass hier der Tag um 8:30 Uhr noch nicht begonnen hat. In Cafés und Bars werden gerade die Stühle geputzt oder die Roll-Läden hochgezogen. Da bleibt uns wohl nur, den Schachtelwirt „Zum goldenen M“ aufzusuchen, dessen Filiale wir bereits am Abend zuvor ausgemacht hatten. Leider öffnet dieses Etablissement erst um 12:00 Uhr und jetzt ist es 9:00 Uhr. Also machen wir uns mit knurrendem Magen auf den Weg in Richtung Spanien, immer in der Hoffnung, dass doch irgendwo am Weg ein Café oder eine Bar geöffnet hat.

Beitrag 03

In einem der der riesigen Einkaufstempel, die auch an der Grenze zu Spanien stehen, finden wir schließlich ein Café in dem wir ein Frühstück bekommen. Während wir unsere Croissants mümmeln, schauen wir dem Treiben auf dem Parkplatz des Centers zu und bemerken zum ersten Mal, dass Autofahren hier etwas anders geht als bei uns zu Hause. Zum Beispiel Ausparken: Man fährt einfach so lange rückwärts, bis es nicht mehr weiter geht – weil man vielleicht ein anderes Fahrzeug angestoßen hat. Dann einfach vorwärts wegfahren. In dem beobachteten Fall hatte das zu einer durchaus größeren Beule in der Beifahrertür eines anderen Parkers geführt. Gekümmert hat das niemanden. Weder den Rempler noch den Gerempelten. Der fuhr später auch einfach davon, ohne sich für seine lädierte Tür zu interessieren…

 

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