Seitdem St. Petersburg für Kreuzfahrer tabu ist, gewinnen die Häfen des östlichen Dänemarks an Bedeutung. So auch Skagen.
Während des gestrigen Seetags sind wir dorthin geschlichen – mit gerade mal neun Knoten Fahrt (da schaut man aus dem Fenster oder vom Balkon und denkt, hinten schiebt die Mannschaft den Kahn).
Na ja, das abendliche Gintasting hätten wir uns sparen können, aber die Durchfahrt unter der großen Beltbrücke war sehenswert: Nur ca. drei Meter Luft lagen zwischen Schiff und Brücke – soweit man das beurteilen kann…

Heute also Skagen. Zunächst die versandete Kirche, von der nur noch die Hälfte des ursprünglichen Turmes zu sehen ist und dann Grenen, wo Skagerak auf Kattegat trifft und die beiden mit etwas Glück einen weißen Schaumstrich in Verlängerung der Landzunge ins Wasser zeichnen. Heute nicht, weil kaum Wind und Wellen da sind. Trotzdem reicht es für eine klatschnasse Hose, wenn man gerade mit dem einen Fuß in der Nordsee und mit dem anderen in der Ostsee steht – so wie ich…

Hier, an der nördlichen Westküste Dänemarks hat sich die Deutsche Wehrmacht vor ca. 80 Jahren durch zahlreiche Bunkerbauten verewigt. Stellt sich die Frage, wieso die jetzt alle an der Ostküste stehen. Es wird sie ja wohl niemand da hin gebracht haben. Doch! Mutter Natur lässt Grenen im Westen pro Jahr um ca. zwei bis drei Meter durch Sandanspülung wachsen, während sie dieselbe Menge Land auf der Ostseeseite wieder wegnimmt. Damit sind die Bunker in den vergangenen 80 Jahren langsam von der West- an die Ostküste „gewandert“. Noch ein paar Jahre weiter und sie werden im Kattegat verschwinden – Dänische Müllentsorgung.

Dann ein Spaziergang durch das klassische Skagen mit seinen typisch gelben Häusern (wer die Farbe kaufen will, sie heißt“Skagen-Gelb“). Die sind übrigens deswegen gelb, weil der König hier einst ein Sommerhaus hatte bauen lassen und es gelb anstreichen ließ. Daraufhin wollten alle Leute in Skagen gelbe Häuser.

Nur die Künstler, die im Sommer wegen des besonderen Lichtes herkamen, blieben bei dem sonst üblichen Rot. Man erkennt ihre Häuser aber auch an den großen, nach Norden ausgerichteten Fenstern. Die gaben viel Licht, erzeugen aber keine Schatten.

Abends geht es mit einem wunderbaren Sonnenuntergang weiter nach Århus.
