Kopenhagen – die letzte Station

Was uns heute reizt, ist die Wachablösung vor Schloss Amalienburg. Wollen doch mal sehen, wer hier Maßstäbe setzt – Stockholm oder Kopenhagen.

Als wir am Schloss ankommen, ist nirgends ein Dannebrog zu sehen.  Königs sind offenbar nicht zu Hause. Kurz vor halb zwölf verlässt ein Wagen mit dem speziellen Königshaus-Kennzeichen „Krone 21“ den Schlossplatz. Das letzte Familien- oder Hofstaatmitglied flüchtet. Na, was das wohl wird…

Der Platz im Königspalast

Pünktlich um 12:00 Uhr tritt die alte Wachgarde an, gefolgt von der neuen. Ein paar Befehle, man tauscht die Plätze, neun Soldaten verschwinden im Haus, der Rest wartet reglos, dass es später wird. Die ersten Zuschauer gehen, Kinder quengeln („ich hab Hunger“, „ich will meine Lieblingskekse“). Wir harren aus – kein Wind, kein Schatten, über 25°C – immerhin auch keine Bärenfellmütze auf dem Kopf.

Wachablösung

Befehl! Aus dem Haus kommen die „Verschwundenen Neun“. Sie haben sich umgezogen, tragen statt Gardeuniform jetzt schlichteres Soldatenkleid und ein Schiffchen, ganz ähnlich dem der Schweden, mit einem blauen Bommel vorn dran. So marschieren sie vom Platz. Befehl! Der Rest trollt sich. Das war’s.

Die neue Wachmannschaft

Enttäuschend. Die Schweden haben eindeutig gewonnen!

Zu mehr haben wir keine Lust. Die Stadt quillt über von Touristen. Am alten Hafen kein Platz zum Sitzen, nicht mal zum Gehen, vor der Frederikskirche lange Schlangen. Drei große Kreuzfahrer liegen heute hier. Die beiden „Mein Schiff“e mit je gut 3.000 Urlaubern und die AIDA mit der doppelten Anzahl bestückt. Wir können Venedig verstehen,  dass es die Anzahl der Schiffe pro Tag inzwischen drastisch einschränkt und von den Touris Eintrittsgeld verlangt. Kopenhagen könnte sich ein Beispiel daran nehmen.

Im neuen Hafen bekommt man nirgends Platz

Nachmittags passiert die auslaufende „Mein Schiff 7“ an Steuerbord . Sie ist einer der großen TUI-Neubauten und – wie unsere „Mein Schiff 1 – für knapp 2.900 Passagiere ausgelegt. Eigentlich ein Wahnsinn, so viele Leute auf einem Schiff, 14 Tage zusammen unterwegs. Aber irgendwie verläuft sich alles an Bord. Uns sind die vielen Mitreisenden kaum störend aufgefallen (außer, wenn sie sich am Buffet die Teller vollgeschaufelt haben – aber dazu reicht auch einer) – und ein ruhiges Eckchen hatten wir noch immer gefunden…

Die „Mein Schiff 7“ passiert an Steuerbord

Tja, das Wetter zieht zu. Lauwarmer Wind und eine inzwischen geschlossene Wolkendecke kündigen eine Warmfront an.  Zeit, die Koffer zu packen. Morgen um 9:00 Uhr ist unsere Reise zu Ende.

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