Reisestart in Kiel

Vor ziemlich genau 10 Jahren waren wir zum ersten Mal auf einer Kreuzfahrt in der Ostsee – damals mit der „Costa Pacifica“. Und wir besuchten die Häfen von Kiel aus im Uhrzeigersinn. Diesmal fahren wir andersrum. Auch war 2015 noch St. Petersburg im Programm, was heute, 2025, wegen der aktuellen Weltlage nicht mehr möglich ist.

Auf unserer ersten Reise hatten wir eine Heckkabine gebucht und dadurch nicht nur einen herrlichen Rundblick auf alles, was hinter dem Schiff lag oder passierte, sondern auch keinen Fahrtwind. Jetzt wohnen wir in einer Kabine auf Deck 11 an Steuerbord der „Mein Schiff 1“ einem relativ neuen Schiff aus der TUI-Mein-Schiff-Flotte. Windgeschützt liegt sie auch, weil hinter der charakteristischen „Ausbeulung“ einiger Kabinen  wegen der Fahrstühle im Schiff, aber mit Seitenblick.

Reisebeginn in Kiel – natürlich mit Aperol Spritz…

Na ja, geht auch. Und ganz ehrlich: Wir sind schon froh, diese Reise überhaupt machen zu können, da unser Umzug von Sachsen nach Bayern und die damit verbundenen Kosten uns lange haben zögern und erst spät buchen lassen. Da war halt vieles schon weg…

Aber egal, hier sind wir, haben unsere Koffer auf der Kabine, sitzen vor zwei Aperol Spritz und schauen vom Heck des Schiffes auf Kiel. Die Leinen werden losgeworfen, gleich geht’s los.

Die Mein Schiff 1 hat abgelegt.

Dreimal lang, einmal kurz, das imposante Typhon der „Mein Schiff 1“ dröhnt mit tiefem Bass durch den Kieler Hafen: „Meine Fahrt geht nach Steuerbord.“ Ein leichtes Beben, die Seitenstrahlruder schieben den Koloss seitwärts vom Pier ins Fahrwasser. „Oooh, ooh, Große Freiheit…“, TUIs Auslaufmelodie signalisiert das Ende des Ablegens.

Unsere Reise beginnt.

An Backbord gibt Kiel-Holtenau einen kurzen Blick in den leeren Nord-Ostsee-Kanal frei, dann der kleine grün-weiße Leuchtturm Friedrichsort. An Steuerbord Möltenort, mit dem Zollhäuschen, in dem wir früher vor dem Segelurlaub unsere zollfreien Waren deklarierten, schließlich Laboe und das Marineehrenmal – in der Ferne Wentorf, einst Liegeplatz der SY Cosy. Am Kieler Leuchtturm geht der Lotse von Bord. Neuer Kurs: Gdynia – aber gaaanz langsam: Wir schleichen mit neun Knoten durch die Ostsee.

Ein letzter Blick auf den Kieler Hafen
Ansicht der Brücke – das Schiff von vorn
Er bittet uns zur Nachtruhe

Sonnabend, See- und Geburtstag

Beim Aufstehen leuchten die Kreidefelsen von Rügen querab an Steuerbord in der Sonne. Weit sind wir ja noch nicht gekommen. Immer noch neun Knoten.

An Seetagen soll man sich im Schiff orientieren, Restaurants, Bars, und natürlich vor allem die Läden erkunden – was wir rasch abgehakt haben (Uhren ab 4.000 Euronen aufwärts wollten wir ohnehin nicht kaufen). Nur, um unsere Kabine wiederzufinden, laufen wir Meilen durch nicht enden wollende Gänge, fahren mit diversen Aufzügen zwischen Deck 2 und 16 hin und her (Deck 13 gibt’s nicht – Aberglaube bringt Unglück) und kommen erstaunlich oft an der „Grillstation“ vorbei, vier Reihen von Sonnenliegen, die sogar bei diesem kühlen Wetter gut mit Badhosen- und Bikiniträgern belegt sind.

Abends dann das Highlight des Tages: Ein 4-Gängemenü mit sous vide gegartem Rindersteak von imposanten 600 bis 700 Gramm Frischgewicht als Hauptgang für uns zwei – begleitet von feinem Wein und einem malerischen Sonnenuntergang – im Heck des Schiffes. Herz, was willst Du mehr…

Gepflegtes Abendessen mit phantastischem Sonnenuntergang

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