Reise zu Lord Voldemort

Nach allem, was wir in letzter Zeit im Fernsehen gesehen und in den Zeitungen gelesen haben, geht unser heutiger Flug in Lord Voldemorts Reich. Meine Mutter hatte noch eins drauf gelegt und mehrfach lautstark darauf hingewiesen, dass wir uns doch bitte nicht verhaften lassen sollen. Wir müssten also jetzt, am Anreisetag zur MeinSchiff 1, die in Antalya auf uns wartet, um uns durch die Griechischen Inseln zu fahren, sehr aufgeregt und vor allem sehr beunruhigt sein. Haben wir den Zauberstab eingepackt, kennen wir die richtigen Beschwörungsformeln?

Andererseits, Seereisen entspannen – uns jedenfalls. Aufregung? Überhaupt nicht! Entspannung? Total! Wir frühstücken gut und ausgiebig – wer weiß, wann es wieder was gibt – und fahren rechtzeitig zum Flughafen. Je eher wir unsere Koffer loswerden, desto entspannter. Der Zauberstab bleibt vorsichtshalber im Handgepäck!

Hamburg Airport

Am Flughafen ist mäßig viel los. Der Schalter von Sun Express wirkt fast verlassen, wir kommen nahezu sofort dran. Traut sich außer uns niemand? Danach stärken wir uns mit einen Burger – nein, nicht im Leaky Cauldron, sondern beim Schachtelwirt – und schauen ein Weilchen den Starts und Landungen von der Aussichtsterrasse zu.

Über den Wolken

Irgendwann begeben wir uns dann zum Sicherheitscheck, der erstaunlich unkompliziert abläuft (ob der Securitymann im Scanner sehen kann, dass ich heute morgen eine saubere Unterhose angezogen habe?), und warten auf das Boarding. Der Flieger ist eine nagelneue Boing 737-800. Überraschend laut, aber sehr bequem. Nix Sardinenbüchse. Feine Ledersitze und ausreichend Beinfreiheit! Gegen die 3 1/2-stündige Lebensgeschichte, mit der die Frau in der Reihe hinter uns ihre Sitznachbarin vom Lesen abhält, hilft wieder der Kopfhörer. Der Mann dieser derart gequälten sitzt neben mir, lächelt still in sich hinein, schläft oder liest ein dickes Buch.

Antalya Airport

Dann Antalya. Hogwarts sah anders aus. Wir benötigen keinen Zauberstab. Alles läuft sachlich, gemäßigt freundlich und völlig unkompliziert ab. Zollkontrolle, Personalausweis vorzeigen, Einreisestempel erhalten, fertig. Transfer zum Hafen, Zollkontrolle, Personalausweis vorzeigen, Ausreisestempel erhalten. Nach etwa einer Stunde ist unser Ausflug zu dem, dessen Name nicht genannt werden darf wieder beendet. Das Einzige, was bleibt: Man hat uns unterwegs eine Stunde geklaut. Hier kommt die Post zwar nicht mit Eulen, aber die Uhren gehen anders.

Mein Schiff 1

An Bord das Übliche: Einchecken, Personalausweis abgeben, Kabine beziehen, Rettungsübung – die, wie immer, nicht reibungslos abläuft. Man mag sich den Ernstfall nicht vorstellen. Aber egal, unser Tag findet sein Ende beim Auslaufen aus dem Hafen bei einem Caipi und einem Aperol Spritz. Völlig entspannt, absolut zufrieden! Morgen haben wir einen Seetag. Da kann man in aller Ruhe das Schiff erkunden. Was wollen wir mehr…?

Tagesausklang in der Außenalster-Bar

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